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Das Sakrament der Firmung

Gottes Wirklichkeit erscheint uns unendlich wie der Himmel, seine Zuneigung wie die eines Vaters. Seine Treue bis zum Tod, seine vorbehaltlose Liebe zu uns erscheint uns in Jesus Christus. Als seine dritte Erscheinungsform benennt und bekennt die Kirche den "Heiligen Geist".
Der scheint vielen Christen merkwürdig blass und fern, und doch meint dieser Geist die Wirklichkeit Gottes, die uns am nächsten ist. Dieser Geist, diese Macht, diese Energie Gottes ist in uns und in unserer Welt am Werk, treibt uns an, bewegt uns aufeinander zu, bewirkt Frieden und Verständigung, erleuchtet uns in aller Liebe auf und ein, kommt von Gott und zieht uns zu ihm.


Anders gesagt: wo wir wachsen und weiterkommen, aufeinander zugehen und einander verstehen, Frieden schaffen, Einsicht finden, nach Wahrheit suchen und Gottes Liebe spüren, da ist dieser Geist am Werk.

Heiliger Geist ist, wo Gott Wirkung zeigt,
ist Gottes Antriebs- und Anziehungskraft,
Gottes Wirken in uns und durch uns.

Heiliger Geist ist und wirkt in aller Liebe, aller Hoffnung, allem Vertrauen. Doch dieser Geist, der weht und wirkt, wo ER will, hat, so glauben Christen, auch einen ausdrücklich berufenen, benennbaren "Leib", will Gestalt annehmen in der Kirche. Sie wird in und durch Jesu Geist zum Leib Christi, zur Gestalt Christi auf dem Weg durch die Zeit.
Ist das eine anmaßende, selbstgerechte Selbst-Bestimmung der Kirche, die sie vor jeder Kritik bewahren soll? Oft mag es so erscheinen, doch nie ist Kirche Selbstzweck, nie hat sie Grund zur Zufriedenheit, nie das Recht zur Selbstherrlichkeit. Dass in ihr Jesu Christi Geist lebt und Gestalt annimmt, ist ihr Grund und ihre einzige Daseinsberechtigung. Dieser Grund gibt mehr Pflichten als Rechte, ist mehr Verantwortung als Würde. Immer muss Kirche sich daran erinnern oder erinnern lassen, dass ihr Leib schwach ist und dass der Geist Jesu, der Geist Gottes ihn erneuern, antreiben und aufwecken muss. Und sie darf glauben, dass sein Geist sie erneuern, antreiben und auf(er)wecken will und wird.

Die Kirche ist der Leib für Christi Geist.
Wo Jesu Geist Gestalt annimmt, ist Kirche.
Nur in und aus seinem Geist lebt Kirche.

Die Taufe ist die Begründung des Lebens als Christ, des Lebens in Christi Namen. Die Firmung ist die Bestätigung dieses Lebens. Sie ist die Fortsetzung dessen, was Taufe meint, mit anderen Mitteln. Deshalb wird sie in den östlichen Kirchen unmittelbar nach der Taufe gespendet. In der abendländischen Tradition aber wird erst der zur Mündigkeit und Selbst-Verantwortung Heranwachsende gefirmt. Mit der Firmung soll und kann er die Entscheidung bestätigen, die seine Eltern zunächst an seiner Stelle getroffen haben. Mit Firmung erkennt die Kirche also seine Entscheidungsfähigkeit an, seine Verantwortung und Verantwortlichkeit, seine Mündigkeit. In der Firmung wird noch einmal klargestellt, wes Geistes Kind er ist. Durch die Firmung wird er hineingenommen in die Zusage Christi an seine Kirche, dass ihr Mut und Einsicht, Glaubwürdigkeit und Energie, Leidenschaft und langer Atem nicht fehlen werden auf ihrem Weg.

Die Firmung bestätigt die Taufe
als Entscheidung zum Leben in Christi Namen,
als Ermächtigung zum Leben in Christi Namen.

Einige Anmerkungen
Das äußere Zeichen bei der Firmung
a) Handauflegung - Salbung mit Chrisam (Materia)
b) Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist. (Forma)

Spender
Der Bischof ist - so das Vatikanum II - erstberufener Spender
(minister originarius)
Der Priester kann ordentlicher Spender sein.
(minister ordinarius)

Firmpaten
Der Firmpate muss folgende Bedingungen erfüllen:
a. er muss die entsprechende Reife haben,
b. er muss der katholischen Kirche angehören und die Sakramente der Taufe, der Firmung und der Eucharistie empfangen haben.
c. er darf durch kein Rechtshindernis vom Patenamt ausgeschlossen sein.

Firmalter
Es gibt inzwischen eine unterschiedliche Praxis in der Kirche in Deutschland. Sie reicht zurzeit vom Regelalter (12) bis hin zum Erwachsenenalter von 18 Jahren. Welches Firmalter entspricht dem Sakrament?
In Lohne St. Gertrud werden zurzeit Jugendliche im Alter von 16 Jahren eingeladen, das Sakrament der Firmung zu empfangen.

Kath. Kirchengemeinde St. Gertrud Brinkstr. 8 49393 Lohne Tel.: 0 44 42 / 9 36 87 - 0 E-Mail: info@sankt-gertrud.com