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Sakramente

Erklärung von Fachausdrücken
1. Symbol
Das griechische Wort "Symbol" meint, seiner Herkunft von "  zusammenwerfen", nach, das Zusammen-bringen zweier Teile, die ursprünglich zusammengehörten, mit dem Ziel, etwas zu erkennen; Es ist also ein Erkennungszeichen (von daher wird verständlich, warum das christliche Glaubensbekenntnis schon früh als "symbolon" bezeichnet wurde). Symbol hängt also wesentlich mit Erkennen, Verstehen, und Verständigung zusammen. Ein Symbol ist also strenggenommen ein Zeichen, das aus zwei Teilen besteht, wobei erst aus dem Zusammenfügen beider Teile das Ganze sichtbar wird.


Für den antiken Menschen ist das Symbol nicht nur der sichtbare Teil eines Ganzen, sondern für ihn stellt sich im Symbol eben die Sichtbarkeit des Ganzen dar, das wiederum als Ganzes unsichtbar bleibt. Unter Symbol wird also die ganze Wirklichkeit verstanden, soweit sie sich in einem Symbol mitteilt. Ob Christus z.b. unter den eucharistischen Gestalten real oder symbolisch gegenwärtig ist, ist eine Frage, die sich im Altertum nie gestellt hat, denn im Symbol scheint immer die ganze Realität auf. Das Symbol steht also "nicht für etwas anderes", sondern es ist wirklich das, was es darstellt und bedeutet. Wenn eine Wirklichkeit sich im Bereich der Symbole als selber gegenwärtige in das Geschehen hinein äußert, heißt dieses Symbol "Realsymbol". Jedes Mal, wenn eine weltliche Wirklichkeit ohne aufzuhören, Welt zu sein, an eine andere, von ihr verschiedene Größe erinnert, übernimmt sie eine Symbolfunktion. Sie hört auf, Sache zu sein, und wird stattdessen zu einem Zeichen oder Symbol. Jedes Zeichen ist Zeichen von einer Sache oder einem Wert für jemanden. Als Sache kann sie absolut unbedeutend sein. Als Zeichen kann sie aber eine außerordentliche, ja unschätzbare Wertigkeit gewinnen, vorausgesetzt in einem Symbol oder Zeichen will jemand zu einem anderen in Kommunikation treten, d.h. der Wille zur Kommunikation gehört wesentlich zum Symbol oder Zeichen. Beispiel: Jemand bezeugt einem anderen seine Liebe, die gegenwärtig bleiben soll, durch ein Geschenk (Z. B. eine Blume). Diese Blume, herausgenommen aus allen Blumen dieser Welt, wird einzigartig für den Beschenkten. Sie hört auf, ein Naturprodukt sein und wird stattdessen zu einem Symbol der Liebe. Dabei bleibt sie eine Blume und ist als Blume auch nicht ersetzbar, es kann auch nicht auf sie verzichtet werden, weil gerade durch sie das Symbol realisiert wird. Aber ihr Materialwert ist "Akzidenz", nicht mehr ihr "Wesen".

2. Zeichen
Wir unterscheiden 2 Arten von Zeichen: * informierende Zeichen (z.b. Verkehrsschilder etc.) * realisierende Zeichen (Zeichen, die etwas verwirklichen) In diese Kategorie von Zeichen wäre das obige Symbolverständnis einzuordnen.

3. Diabol
Das griechische Wort "Diabol", meint seiner Herkunft von " auseinander werfen", nach, das Auseinanderbringen eines Ganzen. In jedem Symbol kann darum auch ein diabolisches Moment sein, dann nämlich, wenn ein Zeichen etwas "trennendes" hervorruft. Diabolus ist das lat. Wort für Teufel. Diabolisch meint also teuflisch. Christus ist das Symbol der Liebe Gottes, das die Einheit zwischen Gott und Mensch sichtbar darstellt. Der Teufel kann somit gesehen werden als das Diabol der Liebe Gottes, das die Einheit zwischen Gott und Mensch zerstört.

4. Jesus - das (Ur-)Sakrament Gottes
Die Glaubensüberzeugung, dass Jesus das Sakrament Gottes ist, hat tiefe Wurzeln im NT. Die Zeugnisse über die Ereignisse seines Lebens, über seinen Umgang mit den Menschen, zeigen, wie sehr er in Person ein "Zeichen", eine Veranschaulichung der Gegenwart Gottes war. (Das Gefährdete eines Sakramentes scheint gleichfalls in diesem Leben auf: die Versuchung, die Angst...) Sein Leben im ganzen, insbesondere aber dessen Höhepunkt oder großen Stationen, und sein Tod, sind Realsymbole konkreter Gottesgegenwart. Verbunden damit war die von Jesus selber gegebene Deutung: Auch das Wortgeschehen, das sich in ihm ereignete, hatte sakramentalen, Gott vergegenwärtigenden Charakter. Das spätere Christusverständnis des NT hat diese Sakramentalität Jesu erst recht hervorgehoben. Ohne sein persönliches Gepräge zu verlieren, hat Jesus als Christus die Macht menschlicher Ur-symbole (Licht, Quelle, Hirt, Tür, Brot) an sich gezogen. Er konnte als die Ikone, das Bild Gottes schlechthin bezeichnet werden, als die sichtbare Epiphanie des unsichtbaren Wesen Gottes. Das Christologische Dogma von Chalkedon (451) hat dieses sakramentale Verständnis Jesu noch einmal vertieft. Gerade, wenn Gottes Absicht mit der Menschheit darin zu sehen ist, dass Gott sich zu eigen mitteilen wollte, sich selber in die Menschheit hinein aussagen wollte, ist deutlich, dass Gott mit dieser Absicht erst ungebrochen und ungefährdet am Ziel war, wenn der Mitteilung und der Zusage eine reine Annahme auf menschlicher Seite entsprach. Die intimste Nähe Gottes (sein Wesen, die ungeschaffene Gnade) und die ihn aufnehmende Menschennatur als deren Realsymbol (wirksames Zeichen) sind in Jesus ungetrennt und unvermischt gegeben.

5. Mysterion - Sakrament
Die Bezeichnung Jesu Christi als Sakrament geht auf die neutestamentliche Theologie des Mysterium zurück. Im Epheser- und Kolosserbrief bezeichnet "mysterion" nicht ein Geheimnis, sondern die Heilsabsichten Gottes, die ihre volle Offenbarung in Jesus Christus darstellt. Deshalb nennen ihn viele Kirchenväter das "mysterium Dei". Da Mysterium in altlateinischen Übersetzungen mit "sacramentum" wiedergegeben wurde, lag es nahe, Jesus Christus als "sacramentum dei" zu bezeichnen. Von hierher stammt also in der neueren kath. Theologie gebrauchte Begriff "Ur - Sakrament" (Jesus Christus). Der sprachliche Zusammenhang von "sacramentum" ist mit den Worten "sacrare" und "sacrum" gegeben. "sacrare = heiligen" bedeutete im Verständnis der römisch-heidnischen Religion die Übereignung einer Person oder Sache in den Bereich des "sacrum", des Heiligen, also ihre Absonderung aus der profanen Welt. "Sacramentum" bedeutet in diesem Zusammenhang das Gelöbnis eines Rekruten (Fahneneid), durch das der Rekrut in die "heilige Armee" aufgenommen wurde. Tertullian - ein afrikanischer Theologe (+ nach 220) übernahm den Begriff "sacramentum" in den kirchlich-theologischen Wortschatz.

6. "Opus operatum"
(Das bewirkte Werk; "ex opere operato" = kraft des vollzogenen Ritus" bezeichnet seit dem 12. Jahrhundert die objektive Wirksamkeit eines Sakraments, das gleichsam ohne Beachtung des "Spenders" und "Empfängers" von Gott her betrachtet wird.

7. "Opus operantis"
Das Werk des Wirkenden, meint dann das menschliche, subjektive Tun beim Vollzug des Sakramentes. Ursache der Gnade ist ausschließlich das "Opus operatum". Das "opus operantis" ist nur die Bedingung für das Ankommenkönnen der Gnade. Zur Vollgestalt des Sakramentes wird es allerdings nur dann kommen, wenn der Mensch auf die Vor-gabe Gottes seine Antwort als Rück-gabe versteht. Denn in den Sakramenten der Kirche geht es nicht um "sachhafte Gnadenvermittlung", sondern um eine lebendige Beziehung zwischen Gott und Mensch, sichtbar geworden im Symbol Christus, in dem Gott und Mensch auf einzigartige Weise zum Symbol für die Welt geworden sind.

Kath. Kirchengemeinde St. Gertrud Brinkstr. 8 49393 Lohne Tel.: 0 44 42 / 9 36 87 - 0 E-Mail: info@sankt-gertrud.com