Unser Leben steht im Zeichen des Wassers.
Es trägt uns nicht auf Dauer -
was ist und wird, muss untergehen.
Gott, so bekennt der Glaube der Christen, hat sich auf und in unser Leben eingelassen. Wer sich in Jesu Namen, wie Jesus, einlässt in dieses Dasein, wer so die Angst überwindet, es und sich zu verlieren, der wird IHN und sich gewinnen - dies beschwört die Kirche in der Taufe. Getauft auf Jesu Tod, eingetaucht in das lebensüberdauernde Vertrauen Jesu, lassen wir uns in seinem Namen ein auf diese Wirklichkeit von Leben, Leiden und Sterben, und wir werden einbezogen in die Wirklichkeit der Auferstehung. Wir wagen zu glauben, dass Gottes Ja zu unserem Leben nicht untergeht - auch wenn uns Schuld überflutet, wenn Leid über uns zusammenschlägt, wenn wir im Tod versinken.
Diese Hoffnung kann uns befreien von Lebensangst wie von Todesangst; sie befreit uns dadurch auch von Schuld, befreit uns zum Widerstand gegen das Böse in uns und um uns.
Getauft auf Christi Namen
lassen wir uns auf dieses Dasein ein,
geben es auf, nur für uns selbst zu sein,
werden eins in der Gemeinschaft mit ihm.
In der frühen Kirche stand die Taufe nicht nur am Beginn eines Lebens als Christ, sie war auch Ende einer langen Vorbereitungszeit. Ganz bewusst wurde ein neuer Anfang gesetzt. Heute werden zumeist unmündige Kinder getauft, die nicht wissen, was an ihnen getan wird. Die Lebensbedeutung der Taufe hat sich gewandelt.
Aber auch die Kindertaufe hat ihr Recht und ihren Sinn. Auch in ihr geht es um die Annahme des Lebens in Christi Namen: Stellvertretend für das Kind und doch persönlich betroffen wiederholen Eltern Gottes Ja zum Leben. Vieles müssen sie für ihr Kind entscheiden; auch die wichtigste Vorentscheidung, die zum Leben, müssen sie treffen, ohne das Kind fragen zu können. Sie bekennen mit der Taufe, dass dieses Kind gewollt und angenommen ist, nicht nur von ihnen, sondern - Im Namen Christi - auch von Gott. Sie beschwören mit der Kirche diesem Kind: dein Leben hat einen Grund, hat Sinn und ein Ziel; dein Leben wird nicht ohne Leid, Schuld und Tod verlaufen, aber es wird nicht zum Teufel gehen, sondern zu Gott; es kann gelingen in Jesu Geist und bleibt getragen von Gottes Liebe.
Dabei ist die Taufe wie alle Sakramente ausdrückliches Zeichen der Annahme, nicht ausschließliches; sie zeigt Gottes ewige Zuneigung an, nicht Seine ewige Abneigung.
Mit der Taufe des Kindes bekennen Eltern:
Du, Kind, bist von Gott wie von uns gewollt,
Du gehst nicht zum Teufel, du gehst zu Gott.
Die Taufe ist eines der beiden Grundsakramente, die in die Kirche Jesus Christi eingliedern.
Grundsakramente (maiora/principalia)
TAUFE – EUCHARISTIE
Diese beiden Grundsakramente finden wir auch bei den Kirchen der Reformation. Weitere fünf Sakramente, die jeweils in Beziehung stehen zu den Grundsakramenten, finden wir in der orthodoxen und katholischen Kirche.
Firmung – Buße – Krankensalbung
Weihe/Ordo - Ehe
Taufe
Eucharistie
Taufpaten
Die Aufgabe des Taufpaten entstand in der Urkirche, als vor allem Erwachsene getauft wurden. Der Pate bürgte für den erwachsenen Taufbewerber und führte ihn in die Gemeinde ein.
Bei der Kindertaufe übernehmen die Paten zusammen mit den Eltern die Aufgabe, das Kind auf seinem Lebensweg im Glauben zu begleiten. Die Paten stehen auch stellvertretend für die Bereitschaft der Gemeinde, das Kind aufzunehmen. Das Patenamt kann jeder übernehmen, der katholisch ist, die Sakramente der Taufe, Eucharistie und Firmung empfangen hat und durch kein Rechtshindernis vom Patenamt ausgeschlossen ist. Er soll 16. Jahre alt sein.
Ein Pate sollte nicht zu alt sein, damit er nach menschlichem Ermessen längere Zeit seine Aufgabe wahrnehmen kann.
Zusammen mit einem katholischen Paten kann auch ein Christ einer anderen Konfession als Taufzeuge zugelassen werden, soweit er zur Gemeinschaft seiner Kirche gehört.
Einige Anmerkungen:
1. Das Wasser ist das äußere Zeichen beim Sakrament der Taufe. Das "Weihwasser" an den Eingängen der Kirche soll an dieses Zeichen erinnern.
2. Die Tauffeier ist keine private Familienfeier, sondern Aufnahmefeier in die Gemeinde Jesu Christi. Sie muss in der Pfarrkirche stattfinden, wenn nicht "Notfälle" vorliegen.
3. Den Verlauf der Tauffeier finden Sie auch im Gotteslob auf den Seiten 45 - 48.
Hier geht´s zum Download des "Taufbriefes der Kirchengemeinde St. Gertrud" mit Infos für Eltern und Paten
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